am Morgen

Nach meiner morgendlichen Routine, die ich hier nur schwer etabliert kriege, ein paar Zeilen. Bevor es dann los geht in einen weiteren Tag im Garten und auf den Feldern der Baumschule.

Dienstag meiner dritten Woche. Ankommen ist immer noch schwer. Auch, weil ich nicht mehr ankommen mag, wenn der Rucksack mahnend in der Zimmerecke stehen bleibt.

Dennoch gebe ich mein Bestes.

Die Tage hier in der Baumschule sind lang, die Nächte und das Wochenende kurz.

Wir pflanzen Walnüsse, bringen gekeimte Birnbaumsamen aus, verpacken im Kühlraum (genannt fridge) Bestellungen. Damit ist es dann jetzt aber vorbei, denn sogar die im Dunkeln gelagerten, gekühlten Bäume spüren den Frühling der endlich auch in Kanada das Grün hervorlockt und fangen an zu knospen. Und sobal sie anfangen zu treiben, kann man sie nicht mehr versenden, die kleinen Bäumchen.

Insgesamt sind wir hier zehn Menschen. Neben mir noch eine Freiwillige aus Frankreich, die das hier als professionelle Weiterbildung nutzt, sie ist auf einem ganz ähnlichen Weg, wie ich. Nur dass ihr Ziel Garten- Landschaftsbau mit eigener Landwirtschaft ist. Ein Praktikant und dann die Menschen, die hier leben. Bunt zusammen gewürfelt, aus den verschiedensten Kontexten. Einige, die nur für eine kurze Zeit hier sein wollten und dann blieben. Eine Schweizerin und eine Irin, die gerade eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen.

Die vergangenen beiden Sonntage sind wir nach Rawdon gefahren. Der nächste, größere Ort. Dort landeten wir dann beim ersten Mal im Maison de la Chocolat. Die Besitzerin, ihr Französisch mit starkem, englischem Akzent, ist eine kuriose Dame. Kaffee kochen scheint für sie mit ihrer Maschine eine kleine Herausforderung. Und beide Male war die Frau ihres Mitarbeiters neben uns einzige Kundin.

Kleine Schoko-Schildkröten, Mäuschen, Frösche. Denen jedoch nicht der Rand überschüssiger Schokade entfernt wurde.

Oh wow, einmal angefangen, merke ich, wie viel ich erzählen und beschreiben könnte. Dafür reicht jetzt vor dem Frühstück aber die Zeit nicht mehr. Ich werde sie mir bald nehmen.